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Mittwoch, 05.08.2020
Mittwoch, 12.08.2020

Stadt der jungen Forscher

Schüler der HHS experimentieren in der Eröffnungsveranstaltung im Kieler Rathaus

Kiel wurde als dritte Stadt Deutschlands zur „Stadt der jungen Forscher“ ernannt. Dies war Anstoß für einen Förderwettbewerb, bei dem Schulprojekte unterstützt wurden, die Wissenschaft und Schule in besonderer Weise zusammenführen. Schon bei der offiziellen Eröffnung haben unsere ausgewählten Schülerinnen und Schüler im Kieler Rathaus durch eindrucksvolle Experimente den Vertretern aus Schule, Politik und Wissenschaft Einblicke in ihre Forschungsarbeiten geben dürfen. 

Die Heinrich-Heine-Schule war durch drei geförderte Projekte und zusätzliche Aktivitäten mit über 120 Schülerinnen und Schülern besonders stark vertreten:

Das Meer vor unserer Haustür

In einem fächerübergreifenden Projekt (Geographie, Biologie, Chemie) haben über 50  Schülerinnen und Schüler die Kieler Förde im Laufe der Jahreszeiten untersucht, physikalisch-chemische Parameter erhoben und so gelernt, den heimischen Naturraum zu kennen und zu verstehen. Neben der geologischen Charakterisierung der Ostsee mit einem besonderen Augenmerk auf die Kieler Förde, wurden Arten bestimmt und in ersten Ansätzen kartiert. In den Fokus gerieten dabei „neue Einwanderer“, sog. invasive Arten, wie die Rotalge Gracilaria. Durch Expertenvorträge am GEOMAR, eine Exkursion auf dem Forschungsschiff Alkor und erste Tauchgänge konnten Einblicke in die Verbreitung heimischer und zum Teil neu eingewanderter Art gegeben werden. Begleitende monatliche Untersuchungen zum Sauerstoff-, Nitrat- und Chlorophyllgehalt zeigten die Bedingungen des Ökosystems auf, die die Einwanderung neuer Arten ermöglichten.

Die Entdeckung der Langsamkeit in der Natur

Wie entsteht Schimmel? Mit wem konkurrieren Wasserflöhe in unserem Schulteich? Unter welchen Bedingungen wächst Kresse optimal? Wie entwickeln sich Urzeitkrebse? Solche langsamen Vorgänge in der Natur sind schwer zu vermitteln und bergen die Gefahr der Fehlinterpretation, da sie sich der direkten Beobachtung entziehen. Durch die einfachen Fragestellungen der Schüler zum Themenbereich „Wasser“ haben die Schüler eigene Forschungsvorhaben mithilfe spezieller Kameratechnik und entsprechender Datenverarbeitung umgesetzt. Im Kern ging es um die Frage, wie Forscher mit Daten verfahren, um sie begreifbarer zu machen. Dabei überschritten die jungen Forscher die Grenze zwischen Naturwissenschaft, Informatik und Informations-Design.

Wissenschaft - Made in Kiel

Wie funktioniert Wissenschaft? Wie arbeiten Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler? Wie sieht ihr Alltag aus? Hier untersuchten Schüler unter anderem durch Befragungen von Kieler Passanten das Bild von Naturwissenschaftlern in der Öffentlichkeit. Durch Interviews mit Wissenschaftlern ausgewählter Arbeitskreise und Sonderforschungsbereiche des IFM GEOMAR und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Institut für Lebensmitteltechnologie, Institut für angewandte Physik/Extraterrestrik, Institiut für Anorganische Chemie) ermittelten sie anschließend, wie der Alltag von Forscherinnen und Forschern tatsächlich aussieht. Die Konzeption und Auswertung der Interviews folgte dem wissenschaftlichen Gang der qualitativen empirischen Forschung. Als Produkt dieses Projektes wurde unter anderem ein Videofilm mit dem Titel „Wissenschaft – Made in Kiel“ erstellt, in dem die Schüler die Ergebnisse ihrer eigenen Studie am Beispiel der besuchten Forschungseinrichtungen veranschaulichten.

Und es geht weiter...

Die Projekte unserer Schule wurden neben weiteren Ausstellern auf einem Festival vor etwa 5000 Besuchern präsentiert. Drei Zeltpagoden wurden mit den Forschungsprodukten, Postern und Demonstrationen unserer Schüler mit Leben gefüllt. In einem vierten „Energie“-Zelt haben die Schüler der Klasse 10d physikalische Mitmachversuche unter Begleitung des IPN angeboten. Besondere Attraktionen waren neben den Tauchgängen an der Hörn auch die spannenden Fachgespräche unserer Schüler mit den Besuchern: Aus Sicht einiger Schüler konnte da eine Diskussion mit dem Oberbürgermeister nicht mit dem Interview von ARD-Moderator Ralph Caspers („Wissen mach ah“) an ihren Ständen mithalten. Nach Ende des Festivaljahres setzen sich die Arbeiten an der Schule fort. Nicht zuletzt dank der Förderpreisgelder von über 10.000 Euro, die die Schule für ihre Projekte erhalten hat, forschen schon die nächsten Schülergruppen beispielsweise am „Meer vor unserer Haustür“ weiter.